Überblick
Ergebnis der Bewertungsbereiche
Die Prüfung gliedert sich in drei Bewertungsbereiche mit insgesamt zehn Parametern.
Die folgenden Kapitel schlüsseln jeden Bereich einzeln auf.
Produktspezifische Eigenschaften
- Qualität & Verarbeitung92 %
- Design90 %
- Größe & Gewicht83 %
Nutzung & Sicherheit
- Funktionalität75 %
- Handhabung & Eignung82 %
- Sicherheit95 %
Meinung & Service
- Werbeversprechen46 %
- Verbrauchermeinung70 %
- Verpackung & Kennzeichnung80 %
- Preis-Leistung60 %
Nicht jeder Parameter wiegt gleich schwer. Die Gewichtung der Parameter ist Teil der PM-Norm und im Prüfverfahren dokumentiert.
Test-Fazit
Zusammenfassung der Prüfergebnisse
Das Fazit fasst Befund, Einschränkung und Eignung zusammen — die folgenden Kapitel belegen die Einordnung.
Das Fazit entsteht nach Abschluss aller zehn Prüfparameter.
Der Membrane Solutions MSA3 reinigt kleine Räume wirksam und ist sauber gebaut. Für die großen Flächen, mit denen er beworben wird, reicht seine Luftleistung nicht. Im Schlafzimmer oder in einem kleinen Arbeitszimmer arbeitet er zuverlässig und ist einfach zu bedienen. Für einen offenen Wohnbereich fehlt ihm die Leistung.
Die Filterwirkung ist der Kern des Geräts. In 18 m² sank der Feinstaub nach einer Stunde um 92 Prozent, in 30 m² um 89 Prozent. Vorfilter, HEPA-Lage und Aktivkohle sitzen in einem Element, das sich ohne Werkzeug tauschen lässt. Das Gehäuse schließt ohne Spalt, der Lüfter läuft gleichmäßig. Beim Abnehmen der Front stoppt das Gerät. Ozon entsteht nicht.
Die Grenze setzt die Luftleistung. 190 m³/h reichen bei üblicher Deckenhöhe und dem für Allergiker empfohlenen Luftwechsel für 15,8 m². Beworben sind 147 m² in einer Stunde. Diese Angabe geht von einem einzigen Luftwechsel und einer Raumhöhe von rund 1,3 m aus. Auch die beworbenen 22 dB im Schlafmodus hält das Gerät nicht. Es bleibt aus 2 m Abstand als gleichmäßiges Surren hörbar. Für sehr geräuschempfindliche Schläfer ist das eine spürbare Grenze. Gerüche baut die dünne Aktivkohlelage langsamer ab als Partikel. Für Raucherzimmer eignet sich das Gerät nur bedingt, die Anleitung rät selbst davon ab.
Ausstattung und Preis passen nicht zusammen. Ein Luftqualitätssensor fehlt, damit auch Automatik und App. Geräte derselben Preisklasse liefern 240 bis 360 m³/h und bringen diese Funktionen mit. Je m³/h Luftleistung kostet das Gerät 0,74 EUR, die Klasse 0,34 bis 0,57 EUR. Dazu kommt der Filter. Er kostet 32,99 EUR, Fremdfilter akzeptiert das Gerät nicht. Im Dauerbetrieb meldet es den Wechsel nach 71 Tagen. Mit 6,2 kg ist es zudem schwerer als vergleichbare Geräte.
Im Alltag überzeugt die Bedienung. Timer, Tastensperre und Filterrestanzeige arbeiten wie beschrieben. Im Schlafmodus erlöschen die Anzeigen, nur die Licht-Taste leuchtet weiter. Nach vorn steht das schmale Gehäuse weniger sicher als zur Seite. Ein Platz an der Wand löst das.
Mit der Note 2,0 ist das MSA3 eine gute Wahl für kleine Schlafräume, in denen Pollen und Staub das Hauptthema sind. Für größere Räume, starke Gerüche oder den Wunsch nach Automatik ist es nicht ausgelegt. Die beworbenen Raumgrößen erreicht es nicht.
Was diese Parameter prüfen
Bewertet werden Materialgüte und handwerkliche Ausführung: ob die verwendeten Werkstoffe der angegebenen Belastung standhalten und ob Verbindungen und Oberflächen sauber ausgeführt sind.
Betrachtet werden Form und Farbgebung im Hinblick auf ihre Funktion: ob die Gestaltung die Bedienung unterstützt oder ihr im Weg steht.
Maße und Masse werden gemessen und gegen den angegebenen Verwendungszweck gehalten: ob das Produkt transportierbar, verstaubar und einsetzbar ist.
Bewertungsbereich 1
Produktspezifische Eigenschaften
Geprüft wird, woraus das Produkt besteht, wie es gefertigt ist und ob Maße und Gewicht zum angegebenen Einsatzzweck passen.
Bei der Prüfung von Qualität & Verarbeitung zeigt das Gehäuse ein sauberes Bild. Die Kunststoffteile schließen ohne sichtbare Spalte, auch unter Druck knarzt nichts. Die Frontabdeckung sitzt nach dem Filterwechsel wieder bündig. Der Lüfter läuft in allen Stufen gleichmäßig, ohne Klopfen oder Schleifen. Das spricht für ein sauber gelagertes Laufrad. Der Filter ist ein Kombielement: Vorfilter, HEPA-Lage und Aktivkohle sitzen in einem gemeinsamen Rahmen. Das hält den Wechsel einfach, denn es gibt nur ein Teil. Freigegeben ist das Gerät für 0 bis 40 °C und 20 bis 90 Prozent relative Feuchte. Damit deckt es jeden Wohnraum ab. Die Schwachstelle liegt in der Aktivkohle. Sie ist als dünne Lage mit wenig Granulat ausgeführt. Aktivkohle bindet Gerüche, solange ihre Poren frei sind. Wenig Masse heißt wenig Aufnahmevermögen. Bei Rauch, Küchendunst oder Tiergeruch ist die Lage deshalb früher gesättigt als die Partikelfilterung. Nicht geprüft wurde, wie sich Material und Lagerung nach mehreren Filterzyklen verhalten.
Im Design setzt das Gerät auf eine flache weiße Turmform. Mit 19,5 cm Tiefe steht es dicht an der Wand und ragt kaum in den Raum. Die Tragemulde ist in die obere Kante eingelassen und unterbricht die Linie nicht. Die Luft tritt oben über schräge Lamellen aus. Der Luftstrom geht damit nach oben und vorn, nicht gegen die Wand. Die Form ist zurückhaltend und passt in Wohnraum wie Schlafzimmer. Zwei Punkte trüben das Bild. Die glatte Front zeigt nach dem Anfassen deutliche Fingerabdrücke. Da genau diese Front beim Filterwechsel abgenommen wird, entstehen die Spuren im Gebrauch zwangsläufig. Zudem sind die Tasten in Gehäusefarbe gehalten. Die Symbole heben sich kaum vom Grund ab. Bei gedämpftem Licht ist die Belegung nur schwer zu erkennen. Beides betrifft die Anmutung, nicht die Funktion. Für ein Gerät dieser Preisklasse ist die Gestaltung schlicht und stimmig. Sie drängt sich im Raum nicht auf.
Bei Größe & Gewicht zeigt das Gerät zwei Seiten. Die Grundfläche ist günstig: 19,5 cm Tiefe sind weniger als bei Turmgeräten der Klasse mit 22 bis 27 cm. Die Stellfläche von 0,065 m² liegt innerhalb der Klassenspanne von 0,048 bis 0,073 m², im oberen Drittel. In einer Zimmerecke oder neben dem Bett findet das Gerät gut Platz. Die Tragemulde oben macht den Wechsel zwischen Räumen einfach. Anders sieht es bei Masse und Höhe aus. 6,2 kg liegen deutlich über den 4,1 bis 4,8 kg der Vergleichsgeräte. Wer das Gerät täglich zwischen Wohn- und Schlafzimmer trägt, spürt den Unterschied. Mit 54,5 cm Höhe steht es am oberen Ende der Klasse, die von 36 bis 53,4 cm reicht. Auf einem Tisch oder Sideboard wirkt es damit schnell wuchtig. Die Bauform ist auf den Boden ausgelegt. Dort fällt die Höhe weniger ins Gewicht. Die Masse beim Tragen bleibt.
Was diese Parameter prüfen
Geprüft wird, ob die zugesagten Funktionen vorhanden sind und unter realen Bedingungen zuverlässig arbeiten — gemessen an der Spezifikation, nicht an der Werbung.
Bewertet wird die Bedienung im praktischen Einsatz: Kraftaufwand, Verständlichkeit der Bedienelemente und die Eignung für die beworbene Umgebung.
Betrachtet werden Schutzmechanismen, Warnhinweise und das Verhalten an den Belastungsgrenzen.
Bewertungsbereich 2
Nutzung & Sicherheit
Geprüft wird, ob das Produkt im Gebrauch leistet, was es verspricht, und ob es dabei niemanden gefährdet.
Die Funktionalität hängt an einer Zahl: 190 m³/h saubere Luft je Stunde. Die Vergleichsgeräte derselben Preisklasse liefern 240 bis 360 m³/h. Für Allergiker gelten 4,8 Luftwechsel je Stunde als Maßstab. Bei 2,5 m Deckenhöhe reicht das Gerät damit für 15,8 m². Die Klasse schafft 20 bis 30 m². Das MSA3 ist ein Gerät für das Schlafzimmer oder ein kleines Arbeitszimmer, nicht für den offenen Wohnbereich. Innerhalb dieser Grenze filtert es wirksam. In 18 m² sank der Feinstaub PM2,5 nach 60 Minuten auf Höchststufe um 92 Prozent. Selbst in 30 m² waren es 89 Prozent. Eine Rauchbox war nach 30 Sekunden leer. Gerüche baut das Gerät dagegen deutlich langsamer ab als Partikel. Ein Luftqualitätssensor fehlt, damit auch jede Automatik und eine App. Das Gerät läuft in der gewählten Stufe, bis man es umstellt. Hinzu kommt der Verbrauch: 39,2 W auf Höchststufe bei 23 bis 33 W in der Klasse. Je Watt liefert es 4,3 m³/h, die Vergleichsgeräte 10,4 bis 11,1.
In Handhabung & Eignung überzeugt vor allem der Filterwechsel. Die Front lässt sich ohne Werkzeug abnehmen, der Filter wird eingeschoben, die Abdeckung rastet bündig ein. Die Restanzeige in vier Stufen und der Wechselhinweis nach 1.700 Betriebsstunden nehmen das Mitzählen ab. Die Tastensperre schützt vor versehentlichem Verstellen. Der Schlafmodus löscht die Anzeigen nach drei Sekunden. Im Betrieb ist ein gleichmäßiges Surren ohne Störgeräusch zu hören. Genau das ist aber auch die wichtigste Einschränkung im Schlafzimmer. Aus 2 m Abstand bleibt das Gerät im Schlafmodus hörbar. Gemessen wurden 43,1 dB(A) in der niedrigsten Stufe. Wer bei völliger Stille schläft, nimmt das wahr. Die Licht-Taste löscht nicht alle Leuchten, ihre eigene bleibt an. Im dunklen Raum bleibt so ein Lichtpunkt. Drei Lüfterstufen sind wenig. Turbo und Schlaf sind nur andere Namen für Stufe 3 und Stufe 1. Nach dem Ausschalten merkt sich das Gerät nichts und startet wieder in Stufe 1.
Bei der Sicherheit erfüllt das Gerät die wesentlichen Punkte. Wird die Frontabdeckung im Betrieb abgenommen, stoppt der Lüfter. So greift niemand in ein laufendes Gerät. Das MSA3 arbeitet ohne Ionisator und ohne UV-Lampe. Es erzeugt damit kein Ozon, das die Atemwege reizen kann. Seitlich steht es auch bei einem leichten Stoß sicher. Die deutsche Anleitung enthält die üblichen Sicherheitshinweise, etwa zu Feuchtigkeit, Kabel und freien Luftwegen. Die einzige Einschränkung betrifft die Standfestigkeit nach vorn. Das Gerät ist 54,5 cm hoch, aber nur 19,5 cm tief. Die Tiefe erreicht damit kaum mehr als ein Drittel der Höhe. Ein Stoß von vorn oder hinten trifft die schmale Seite. In Haushalten mit Kindern oder Haustieren gehört das Gerät deshalb an eine Wand oder in eine Ecke. Dort ist die schmale Seite geschützt. Elektrisch gab es keine Auffälligkeiten. Eine Laborprüfung nach Norm war nicht Teil dieses Tests.
Was diese Parameter prüfen
Jede beworbene Eigenschaft wird gegen den Befund gehalten: Was sich nachweisen lässt, zählt als eingelöst — was nicht, als offen.
Ausgewertet werden vorliegende Nutzerbewertungen nach wiederkehrenden Mustern. Einzelmeinungen fließen nicht ein.
Geprüft werden Transportschutz, Vollständigkeit des Lieferumfangs sowie die vorgeschriebenen Kennzeichnungen.
Der Marktpreis wird dem gemessenen Leistungsumfang gegenübergestellt — bezogen auf die Produktkategorie.
Bewertungsbereich 3
Meinung & Service
Geprüft wird, ob das Produkt hält, was seine Vermarktung ankündigt — und wie es sich im Urteil derer schlägt, die es bereits nutzen.
Bei den Werbeversprechen fallen Angebot und Unterlagen deutlich auseinander. Beworben ist eine Reinigung von 147 m² in 60 Minuten. Mit 190 m³/h reicht es bei 2,5 m Raumhöhe rechnerisch für 76 m² bei einem einzigen Luftwechsel. Die Angabe setzt eine Raumhöhe von rund 1,3 m voraus. Ebenso wenig halten die beworbenen 22 dB im Schlafmodus. Gemessen wurden 43,1 dB(A) in der niedrigsten Stufe. Den H13-Filter belegt kein Nachweis nach EN 1822. Die kleinste erfasste Partikelgröße nennen Produktseite, Grafik und Hersteller mal mit 0,1, mal mit 0,01 und mal mit 0,3 µm. Beworben sind vier Filterstufen, die Anleitung nennt drei. Das Angebot richtet sich ausdrücklich an Raucherzimmer. Die Anleitung warnt dagegen vor dem Betrieb bei Rauch. Was stimmt, ist der Aufbau: Vorfilter, HEPA-Lage und Aktivkohle sind vorhanden. Timer, Filterwechselhinweis und das Abschalten der Anzeigen im Schlafmodus arbeiten wie beschrieben. Die beworbenen Raumgrößen erreicht das Gerät nur in deutlich kleineren Räumen.
In der Verbrauchermeinung steht einer hohen Zufriedenheit eine auffällige Ausfallquote gegenüber. Auf Amazon trägt das Gerät 4,5 Sterne bei 9.202 Bewertungen. Die ausgewertete Stichprobe aus 100 Rezensionen kommt auf 4,4. 11 von 100 Käufern schildern einen Ausfall oder ein Gerät, das nicht mehr startet. Vier davon vergeben trotzdem vier oder fünf Sterne, weil der Hersteller Ersatz geliefert hat. Die Sterne zeichnen so ein besseres Bild als der Inhalt. 11 von 100 kritisieren die Preise der Ersatzfilter. 5 berichten, dass Fremdfilter das Gerät nicht starten. Auf der anderen Seite loben 22 von 100 den leisen Betrieb in niedriger Stufe, 6 empfinden genau diese Stufe als laut. 15 berichten von sichtbar weniger Staub auf Möbeln und Böden. 14 schildern weniger Allergiebeschwerden, vor allem nachts. 10 loben den Kundendienst, der defekte Geräte ersetzt hat. Die Stichprobe zeigt einen Ausschnitt, keine Vollerhebung.
Bei Verpackung & Kennzeichnung ist das Gerät im Kern vollständig. Auf Karton oder Typenschild ist ein Verantwortlicher in der EU genannt. Das Gerät liegt mit Formteilen gegen Stöße gesichert im Karton. Der Filter ist ab Werk eingesetzt und in Folie geschützt. Er muss vor dem ersten Start aus der Folie genommen werden. Die Anleitung enthält einen deutschen Teil mit bebilderten Schritten für Inbetriebnahme und Filterwechsel. Die Mängel liegen im Detail dieser Anleitung. Die Fehlerhilfe verweist auf eine Luftqualitätsanzeige, die das Gerät nicht besitzt. Wer bei einer Störung nachschlägt, sucht nach einem Element, das es nicht gibt. Der deutsche Teil zeigt zudem eine US-Steckdose. Service gibt es nur über eine US-Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse. Die Garantieerklärung folgt dem Recht des Staates Washington und erwähnt die gesetzliche Gewährleistung in der EU nicht. Diese bleibt davon unberührt, ist aus der Anleitung aber nicht erkennbar.
Die Preis-Leistung ist der schwächste Punkt des Geräts. Mit 139,99 EUR liegt es in der Mitte der Vergleichsgruppe, die von 120,99 bis 169,99 EUR reicht. Je m³/h Luftleistung kostet es aber 0,74 EUR. Die Klasse liegt bei 0,34 bis 0,57 EUR. Das günstigste Vergleichsgerät kostet 19,00 EUR weniger und liefert 360 statt 190 m³/h, dazu Sensor und App. Ein zweites liegt 15,09 EUR darunter und schafft 240 m³/h. Nur das teuerste Vergleichsgerät kostet mit 30,00 EUR mehr, bietet dafür aber 300 m³/h. Hinzu kommen die Folgekosten. Der Ersatzfilter kostet 32,99 EUR, in der Klasse sind es 25,50 bis 30,90 EUR. Fremdfilter sperrt das Gerät. Im Dauerbetrieb meldet es nach 1.700 Stunden, also nach 71 Tagen, den Wechsel. Das ergibt 5,15 Filter und 169,99 EUR im Jahr. Bei acht Stunden täglich fällt ein Drittel davon an. Die Rechnung zeigt, dass Preis und Luftleistung in dieser Klasse auseinanderfallen.
Gesamtergebnis
Abschluss der Prüfung
Das Produkt wurde im Handel erworben und aus eigener Veranlassung geprüft, ohne Beteiligung des Herstellers. Das ausgewiesene Testergebnis ist redaktionell, eine Lizenz zur Siegelnutzung besteht nicht.
Umfang, Bewertungsbereiche und Gewichtung sind im Prüfverfahren dokumentiert. Die Gültigkeit einer Lizenz lässt sich über die Lizenzsuche prüfen.
Prüfgegenstand
Hersteller
Membrane Solutions (Nan Tong) Co., Ltd.
No.3 Hongxing East Road, NETDA
Nantong City, Jiangsu
China
Produkt






